Discussion:
Natur vs. Technik
(zu alt für eine Antwort)
Rebecca Weichelt
2006-05-28 18:43:21 UTC
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Hallo,

ich arbeite gerade an einer Seminararbeit, die das Thema "der künstliche
Mensch" behandelt und ich wollte hier einfach mal aus Neugierde fragen, wie
ihr zu der Meinung steht, dass die Technik die Zukunft der Natur des
Menschen ist. Wie ist die christliche Definition von Natur und Technik? Wo
ist die Grenze zwischen dem Natürlichen und dem Künstlichen?
Vielen Dank schon mal im Voraus.
Viele Grüße Rebecca
Jon J Panury
2006-05-28 18:57:22 UTC
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(...) Wie ist die christliche Definition von Natur und Technik? Wo
ist die Grenze zwischen dem Natürlichen und dem Künstlichen? (...)
Na da wirste jetzt n paar *määkwüddische* Statements kriegen!
Viel Spaß! ;-)

JJ
Joachim Losehand
2006-05-28 19:51:52 UTC
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Post by Rebecca Weichelt
ich arbeite gerade an einer Seminararbeit, die das Thema "der
künstliche Mensch" behandelt und ich wollte hier einfach mal aus
Neugierde fragen, wie ihr zu der Meinung steht, dass die Technik die
Zukunft der Natur des Menschen ist. Wie ist die christliche
Definition von Natur und Technik? Wo ist die Grenze zwischen dem
Natürlichen und dem Künstlichen? Vielen Dank schon mal im Voraus.
Viele Grüße Rebecca
Interessantes Thema. Was meinst Du konkret mit "Technik [sei] die
Zukunft der Natur des Menschen"? Die "Natur des Menschen" ist ja vor
allem ein anthropologisches Thema. Meinst Du, daß Technik zur Natur des
Menschen gehöre wie Kultur, bzw. technischer Fortschritt eine kulturelle
Leistung ist (dem man wohl ohne Zweifel zustimmen muß: Technik und
Kultur gehören zusammen, sind aber nicht identisch)?

"Natur des Menschen" ist ja eher ein Abstraktum (mit vielen Facetten),
das sich aber konkret in Verhalten, Handeln und dann in Technik (techné
[griech.]: Fertigkeit) ausdrückt. Eine "christliche Definition" von
Technik gibt es nicht, das ist nicht das Gebiet der Religion.

Joachim.
Rebecca Weichelt
2006-05-29 08:45:06 UTC
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Post by Joachim Losehand
Interessantes Thema. Was meinst Du konkret mit "Technik [sei] die
Zukunft der Natur des Menschen"?
Also, ich stelle mir folgendes darunter vor: Wenn es irgendwann möglich sein
sollte, einen Menschen so weit mit technischen "Prothesen" zu ersetzen, so
dass von der eigentlichen, in dem Sinne natürlichen, Materie nichts mehr
übrig bleibt, die Persönlichkeit des Menschen jedoch nach wie vor die Selbe
ist, können wir dann noch von einem Menschen reden oder ist dieses Gebilde
nur noch eine Art Roboter? Wurde die Natur dann von der Technik abgelöst?

Ein anderes Beispiel wäre auch z.B. die Pränataldiagnostik, bei der sich ein
Pärchen schon vor der Einpflanzung der befruchteten Eizelle für bestimmte
Gene entscheiden kann. Z.B. ob es ein Mädchen oder ein Junge sein soll. Ist
allein die künstliche Befruchtung nicht schon ein erheblicher Eingriff in
die Natur des Menschen?
Übernimmt hier die Technik die Herrschaft über die Natur?

Im ersten Buch Mose steht, dass der Mensch sich die Erde untertan machen
soll. Aber soll das auch heissen, dass wir uns so ohne weiteres über die
natürlichen Gesetzmäßigkeiten hinwegsetzen sollen bzw. dürfen?

Ich hoffe, ich habe meine Frage ein bißchen deutlicher ausgedrückt.
Freue mich schon auf weitere Beiträge!
Viele Grüße
Rebecca
Wolfgang Tremel
2006-05-29 09:02:29 UTC
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Hallo Rebecca!
Post by Rebecca Weichelt
Übernimmt hier die Technik die Herrschaft über die Natur?
Im ersten Buch Mose steht, dass der Mensch sich die Erde untertan machen
soll. Aber soll das auch heissen, dass wir uns so ohne weiteres über die
natürlichen Gesetzmäßigkeiten hinwegsetzen sollen bzw. dürfen?
Im gleichen Buch steht auch:

"Nun sagten sie: ?Auf! Lasst uns eine Stadt und auch einen Turm bauen mit
seiner Spitze bis in die Himmel, und machen wir uns einen berühmten Namen,
damit wir nicht über die ganze Erdoberfläche zerstreut werden.?
Und Jehova fuhr dann herab, um die Stadt und den Turm zu sehen, die die
Menschensöhne gebaut hatten. Darauf sprach Jehova: ?Siehe! Sie sind e i n
Volk, und sie haben alle e i n e Sprache, und dies fangen sie an zu tun. Ja,
nun wird ihnen nichts, was sie zu tun gedenken, unerreichbar sein. Auf!
Lasst uns hinabsteigen und dort ihre Sprache verwirren, damit sie
nicht einer auf des anderen Sprache hören.? 8 Dementsprechend zerstreute sie
Jehova von dort über die ganze Erdoberfläche, und sie hörten allmählich auf,
die Stadt zu bauen." (1. Mo 11: 4-8).

Es ist zu erwarten, dass sich Gott auch in Zukunft vom Menschlein nicht
gravierend in sein Werk dreinpfuschen lässt, wobei er die "natürlichen
Gesetzmäßigkeiten" festlegt.
--
Mit freundlichen Grüßen von
Wolfgang Tremel
hermann06
2006-05-29 11:59:50 UTC
Permalink
"Wolfgang Tremel" <***@technikdoku.at> schrieb im Newsbeitrag news:1xlvgjsl0w6bq$***@technikdoku.at...
...
Post by Wolfgang Tremel
Es ist zu erwarten, dass sich Gott auch in Zukunft vom Menschlein nicht
gravierend in sein Werk dreinpfuschen lässt, wobei er die "natürlichen
Gesetzmäßigkeiten" festlegt.
--
Mit freundlichen Grüßen von
Wolfgang Tremel
<
<
ich weiß zwar, was du meinst und bin auch im prinzip deiner ansicht.

jedoch hat das 'ganze' bereits derartige ausmaße angenommen,
dass obige 'korrekturen' nicht mehr ausreichen.

hier hilft nur noch eine art 'sintflut', die sich aber aus natürlichen
(physikalischen) gründen nicht wiederholen lässt.

diesmal schaut es etwas anders aus:
(aber wem sage ich das)


7 Denn es wird sich Nation gegen Nation erheben und Königreich gegen
Königreich, und es werden Hungersnöte und Seuchen sein und Erdbeben da
und dort.
8 Alles dies aber ist der Anfang der Wehen.
*********************************



Siehe, Unheil geht aus von Nation zu Nation, und ein gewaltiger Sturm
macht sich auf vom äußersten Ende der Erde. 33 Und die Erschlagenen des
HERRN werden an jenem Tag daliegen von einem Ende der Erde bis zum andern
Ende der Erde. Sie werden nicht beklagt, und [ihre Leichen] werden weder
eingesammelt noch begraben; zu Dünger auf der Fläche des Erdbodens sollen
sie werden.



7 Und der erste posaunte: und es kam Hagel und Feuer, mit Blut vermischt,
und wurde auf die Erde geworfen. Und der dritte Teil der Erde verbrannte,
und der dritte Teil der Bäume verbrannte, und alles grüne Gras
verbrannte.

8 Und der zweite Engel posaunte: und [etwas] wie ein großer
feuerflammender Berg wurde ins Meer geworfen; und der dritte Teil des
Meeres wurde zu Blut. 9 Und es starb der dritte Teil der Geschöpfe im
Meer, die Leben hatten, und der dritte Teil der Schiffe wurde zerstört.

10 Und der dritte Engel posaunte: und es fiel vom Himmel ein großer
Stern, brennend wie eine Fackel, und er fiel auf den dritten Teil der
Ströme und auf die Wasserquellen. 11 Und der Name des Sternes heißt
`Wermut; und der dritte Teil der Wasser wurde zu Wermut, und viele der
Menschen starben von den Wassern, weil sie bitter gemacht waren.

12 Und der vierte Engel posaunte: und es wurde geschlagen der dritte Teil
der Sonne und der dritte Teil des Mondes und der dritte Teil der Sterne,
so daß der dritte Teil von ihnen verfinstert wurde und der Tag seinen
dritten Teil nicht schien und die Nacht gleicherweise.



18 Und die Nationen sind zornig gewesen, und dein Zorn ist gekommen und
die Zeit der Toten, daß sie gerichtet werden und daß [du] den Lohn gibst
deinen Knechten, den Propheten, und den Heiligen und denen, die deinen
Namen fürchten, den Kleinen und den Großen,
und die verdirbst, welche die Erde verderben.
**********************************


bum, triffst an schwochen, der follt um ... ;-)

h.
Jon J Panury
2006-05-29 13:22:41 UTC
Permalink
Post by hermann06
...
Post by Wolfgang Tremel
Es ist zu erwarten, dass sich Gott auch in Zukunft vom Menschlein nicht
gravierend in sein Werk dreinpfuschen lässt, wobei er die "natürlichen
Gesetzmäßigkeiten" festlegt.
--
Mit freundlichen Grüßen von
Wolfgang Tremel
<
<
ich weiß zwar, was du meinst und bin auch im prinzip deiner ansicht.
jedoch hat das 'ganze' bereits derartige ausmaße angenommen,
dass obige 'korrekturen' nicht mehr ausreichen.
hier hilft nur noch eine art 'sintflut', die sich aber aus natürlichen
(physikalischen) gründen nicht wiederholen lässt.
(aber wem sage ich das) (...)
usw. usf. wälzt sich da jemand förmlich in apokalyptischen Gewalt- und
Katastrophenträumen!

Du führst mit nachgerade pathologischer Deutlichkeit die
Erniedrigungs- und Gewaltverliebtheit des zum Pessimismus wohl
Erzogenen - des Gläubigen also, vor. Im Thread "Warum Religion
heute..." tust Du das ebenso - ich denke, Du wirst kaum eine
Gelegenheit auslassen, Deine glaubensinnigen exterminatorischen
Phantasien, die Du wohl Hoffnung nennen wirst, auszubreiten.

Woher diese Geilheit auf Niedrig- und Nichtigkeit menschlichen
Dichtens und Trachtens? Du lebst jeden Tag mit und durch und von den
vielen Erfindungen und Entdeckungen des Menschlichen - warum, woher
diese hässlichen Verdikte?
Du scheinst, über alles andere hinaus, Dich selbst nicht gerade zu
mögen... Deine Mitchristen werden Dir vielleicht sagen wollen - oder
habens schon gesagt -, Du "blamierst die ganze Innung".

JJ
hermann06
2006-05-29 14:31:33 UTC
Permalink
"Jon J Panury" <***@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag news:***@4ax.com...
...
Post by Jon J Panury
Du scheinst, über alles andere hinaus, Dich selbst nicht gerade zu
mögen...
<
<
wenn du es sagst, wird es schon stimmen, hoffentlich ...
a***@lycos.de
2006-05-29 16:24:12 UTC
Permalink
Wolfgang Tremel:

[Turmbau zu Babel]

Die Geschichte erinnert mich an ein Erlebnis am Strand:
Frohgemuts hatten fleißige Kinderhände eine Sandburg
gebaut. Das gefiel einem Größeren nicht und er ging hin
und zertrampelte alles - zur Demonstration seiner 'Stärke'.

Pfui Deibel.

MfG Alexander
Roger McLassus
2006-05-29 17:50:07 UTC
Permalink
Post by a***@lycos.de
[Turmbau zu Babel]
Frohgemuts hatten fleißige Kinderhände eine Sandburg
gebaut. Das gefiel einem Größeren nicht und er ging hin
und zertrampelte alles - zur Demonstration seiner 'Stärke'.
Die Menschen schaffen sich Gott nach ihrem Ebenbild - und jene, die den
jüdisch-christlich-islamischen Gott schufen, waren charakterlich wohl
von der Art dieses bösartigen Kindes.

Roger McLassus
Jon J Panury
2006-05-29 18:04:02 UTC
Permalink
Post by a***@lycos.de
[Turmbau zu Babel]
Frohgemuts hatten fleißige Kinderhände eine Sandburg
gebaut. Das gefiel einem Größeren nicht und er ging hin
und zertrampelte alles - zur Demonstration seiner 'Stärke'.
Genau. Der "Größere" erinnert mich an Gott in der Turmbau-Legende
Post by a***@lycos.de
Pfui Deibel.
jepp

JJ
Jon J Panury
2006-05-29 18:02:11 UTC
Permalink
Wolfgang Tremel <***@technikdoku.at> schrieb:

<Turm zu Babel>(1. Mo 11: 4-8).

Tschä, da kriegte Gott wohl Muffensausen. ;-)
Da griff er zu foulen Tricks: Sprachverwirrung! Auf dass ein
Menschliches behindert werde: Die Arbeitsteilung.
Welch eine Idiotie!
Post by Wolfgang Tremel
Es ist zu erwarten, dass sich Gott auch in Zukunft vom Menschlein nicht
gravierend in sein Werk dreinpfuschen lässt, wobei er die "natürlichen
Gesetzmäßigkeiten" festlegt.
na wenn Du das sagst...

JJ
Malte Lippmann
2006-05-29 18:23:36 UTC
Permalink
Hallo Wolfgang,

Wolfgang Tremel schrieb:

...
Post by Wolfgang Tremel
"Nun sagten sie: ?Auf! Lasst uns eine Stadt und auch einen Turm bauen mit
seiner Spitze bis in die Himmel, und machen wir uns einen berühmten Namen,
damit wir nicht über die ganze Erdoberfläche zerstreut werden.?
Und Jehova fuhr dann herab, um die Stadt und den Turm zu sehen, die die
Menschensöhne gebaut hatten. Darauf sprach Jehova: ?Siehe! Sie sind e i n
Volk, und sie haben alle e i n e Sprache, und dies fangen sie an zu tun. Ja,
nun wird ihnen nichts, was sie zu tun gedenken, unerreichbar sein. Auf!
Lasst uns hinabsteigen und dort ihre Sprache verwirren, damit sie
nicht einer auf des anderen Sprache hören.? 8 Dementsprechend zerstreute sie
Jehova von dort über die ganze Erdoberfläche, und sie hörten allmählich auf,
die Stadt zu bauen." (1. Mo 11: 4-8).
Man kann viel verkehrt machen, wenn man solche Geschichten liest, als
hätte man es mit einem eifersüchtigen Mechaniker oder einem grollendem
Zimmermeister auf dem Altenteil zu tun.

Ich lese diese Geschichte so:
Die Menschen wollen _sich_ ein Denkmal setzen.
Damit ihr Name nicht vergessen wird.
Dabei vergessen sie Gott.
Denn eigentlich ist er es doch, aus dem sie leben.
Die Zerstreuung durch die Verwirrung der Sprache ist eine Tat der
Barmherzigkeit.
Stell Dir nur mal vor, dass die Menschen tun und lassen dürften, was sie
wollen.
Ohne Grenzsetzung.
Grauenvoll.
(Hans Jonas hat diesen Mythos übrigens mal gebraucht, um die Gefahren
der Selbstentgrenzung, der Überschätzung und wohl auch, wenn er den
Begriff auch nicht nannte, der Globalisierung - Englisch ist heute die
_eine_ Sprache -, zu benennen.)

Gruß Malte
Roger McLassus
2006-05-29 20:49:03 UTC
Permalink
Post by Malte Lippmann
Stell Dir nur mal vor, dass die Menschen tun und lassen dürften, was sie
wollen. Ohne Grenzsetzung. Grauenvoll.
Die Menschen setzen einander gegenseitig Grenzen, denn solche sind für
das zivilisierte Zusammenleben notwendig. Der von ihnen erfundene Gott,
dem sie diese Gesetze früher gerne unterschoben haben, hat sich als
unnötig erwiesen, denn der tritt ja (anders als in der fiktiven Story
vom Turm zu Babel) in Wirklichkeit nie in Erscheinung.

Roger McLassus
Wolfgang Tremel
2006-05-30 06:23:27 UTC
Permalink
Post by Roger McLassus
Post by Malte Lippmann
Stell Dir nur mal vor, dass die Menschen tun und lassen dürften, was sie
wollen. Ohne Grenzsetzung. Grauenvoll.
Die Menschen setzen einander gegenseitig Grenzen, denn solche sind für
das zivilisierte Zusammenleben notwendig. Der von ihnen erfundene Gott,
dem sie diese Gesetze früher gerne unterschoben haben, hat sich als
unnötig erwiesen, denn der tritt ja (anders als in der fiktiven Story
vom Turm zu Babel) in Wirklichkeit nie in Erscheinung.
Roger McLassus
Genau diese Grenzen und das daraus resultierende zivilisierte Zusammenleben
kann man schon Tausende Jahre beobachten. Besonders große Fortschritte auf
diesem Gebiet wurden im vergangenen 20. Jahrhundert erzielt. Zwei Weltkriege
mit etwa 70 Millionen Toten und seither 130 militärischen Konflikte mit ca.
35 Millionen Toten.

Dieses Jahrhundert haben wir schon Kriege erlebt in:

Angola (Cabinda), Äthiopien (Gambela), Elfenbeinküste, Kongo-Kinshasa
(Ituri), Nigeria (Niger-Delta, Nord- und Zentralnigeria), Sudan (Darfur)

Indien (Kaschmir), Indonesien (Aceh), Laos, Myanmar,

Afghanistan, Georgien (Südossetien), Irak, Israel (Palästina), Jemen, Türkei
(Kurdistan),

Nach Untersuchungen der Hamburger Arbeitsgemeinschaft
Kriegsursachenforschung (AKUF) wurden im Jahr 2004 weltweit 42 Kriege und
bewaffnete Konflikte geführt. Gegenüber dem Vorjahr hat sich diese Zahl
damit nicht verändert. Allerdings wurden sieben kriegerische Konflikte
beendet und ebenso viele neu begonnen.

Roger, gib die Hoffnung nicht auf, dass es dieses Jahrhundert besser läuft.
Noch ist nicht allzuviel passiert.
--
Mit freundlichen Grüßen von
Wolfgang Tremel
peter van haag
2006-05-29 09:25:54 UTC
Permalink
Post by Rebecca Weichelt
Also, ich stelle mir folgendes darunter vor: Wenn es irgendwann möglich
sein sollte, einen Menschen so weit mit technischen "Prothesen" zu
ersetzen, so dass von der eigentlichen, in dem Sinne natürlichen, Materie
nichts mehr übrig bleibt, die Persönlichkeit des Menschen jedoch nach wie
vor die Selbe ist, können wir dann noch von einem Menschen reden oder ist
dieses Gebilde nur noch eine Art Roboter? Wurde die Natur dann von der
Technik abgelöst?
Nehmen wir mal an, die Technik des 'Beamens' , (also die Auflösung aller
Zustände in quantenmechanische Gleichungen) würde sich irgendwann einmal
realisieren lassen, wäre dann der auf solche Art neu zusammengesetzte
Mensch, ein technisches Produkt ?

IMO gibt es keine Grenzziehung zwischen 'natürlich' und synthetisch', wenn
beide Produkte identisch sind. (soweit das wiederum die Quantenphysik zuläßt
<g>)

PvH
Malte Lippmann
2006-05-28 20:43:27 UTC
Permalink
Hallo Rebecca,

google mal unter "Was ist Natur" (groups)
Post by Rebecca Weichelt
ich arbeite gerade an einer Seminararbeit, die das Thema "der künstliche
Mensch" behandelt und ich wollte hier einfach mal aus Neugierde fragen, wie
ihr zu der Meinung steht, dass die Technik die Zukunft der Natur des
Menschen ist. Wie ist die christliche Definition von Natur und Technik?
Das hätte ich auch gern gewusst ;-)

MfG Malte
hacedeca
2006-05-29 09:28:03 UTC
Permalink
Post by Rebecca Weichelt
Menschen ist. Wie ist die christliche Definition von Natur und Technik? Wo
Ich habe gerade für ein Seminar ein Gespräch zwischen Habermas und damals
noch Ratzinger bearbeiten müssen. Findet man unter:
http://www.kath-akademie-bayern.de/contentserv/www.katholische.de/index.php?StoryID=194

Ratzinger argumentierte ungefähr so (wenn ich mich richtig erinnere...): Die
Vernunft hat die Gentechnik geschaffen, scheitert aber an ihrer Beurteilung.
Hier muß man zum Glauben zurückfinden.

Die Frage ist nur: Was ist der Glaube, Glaube woran? Im Christentum geht das
sicherlich einher mit der Würde des Menschen, die sich aus seiner
Gottesebenbildlichkeit herleiten läßt. Wo kriegt man also die Ersatzteile
für Menschen her? Klonen? Hat das Würde? Mechanische Ersatzteile? Hat das
Würde? Da sollte also der Diskussionsansatz zwischen Vernunft und Glauben
liegen. Menschliche Ersatzteillager verbieten sich wohl, ebenso Cyborgs,
eben aus der Menschenwürde heraus...

Die Frage ist nur, wie man zu einer separat gezüchteten neuen Niere steht
und falls das unproblematisch ist, (Hirntumore etc. gibt es ja auch) wäre
ein neues Hirn ebenso unproblematisch...?

Und falls uns die Technik dann die Möglichkeit von Unsterblichkeit beschert,
würde uns das tatsächlich ein ewiges Leben bescheren oder würden uns, die
wir dann ja am ewigen Leben hängen, fremde Barbaren aus fremden
Kulturkreisen lachend den Hals durchschneiden? Es gibt darüber natürlich
schon einen Film: http://www.new-video.de/film-zardoz/
Roger McLassus
2006-05-29 14:57:58 UTC
Permalink
Post by Rebecca Weichelt
Wie ist die christliche Definition von Natur und Technik? Wo
ist die Grenze zwischen dem Natürlichen und dem Künstlichen?
Ich bin zwar kein Christ, möchte mich aber dennoch dazu äußern. Die
Wirkungsweise der Technik ist an die Naturgesetze gebunden, und daß
der Mensch (wie auch einige andere Lebewesen) zu technischen
Innovationen fähig ist, verdankt er seinen natürlichen Eigenschaften,
die die biologische Evolution hervorgebracht hat. Was könnte es also
für einen vernünftigen Grund geben, eine Dichotomie von Natur und
Technik einzuführen? Die Technik ist nichts weiter als ein Teil der
Natur. So wie die Entstehung des Lebens der unbelebten die belebte
Natur hinzugefügt hat, so hat die menschliche Intelligenz die
technische Natur hervorgebracht. Das ist alles ein Kontinuum.

Natürlich kann man mehr oder weniger willkürlich eine Grenze zwischen
der technischen und der vor-technischen Natur festlegen (wenn ich auch
nicht recht einsehe, wozu das gut sein soll). Aber was hätte das mit
dem Christentum zu tun? Wenn ein Mensch mit einem von der biologischen
Evolution geschaffenen Körper ein Christ sein kann, dann könnte es
einer mit einem durch Technik geschaffenen Körper ebenfalls. Das ist
doch religiös gesehen überhaupt kein relevanter Punkt.

Roger McLassus
Rudolf Schmidt
2006-05-30 00:09:09 UTC
Permalink
Post by Rebecca Weichelt
Hallo,
ich arbeite gerade an einer Seminararbeit, die das Thema "der künstliche
Mensch" behandelt und ich wollte hier einfach mal aus Neugierde fragen, wie
ihr zu der Meinung steht, dass die Technik die Zukunft der Natur des
Menschen ist. Wie ist die christliche Definition von Natur und Technik? Wo
ist die Grenze zwischen dem Natürlichen und dem Künstlichen?
Vielen Dank schon mal im Voraus.
Viele Grüße Rebecca
aus sicht der bibel, zumindest so wie ich es verstanden habe, wird der
höhepunkt der technik im zeitalter des antichristen sein. zumindest noch
heute hält gott den menschen davon ab sich vollkommen auszurotten. im
zeitalter des antichristen wird diese gnade für eine kurze zeit
aufgehoben. ich glaube der mensch wird sich noch weiter wissen in
technik und co anhäufen. es wird ab und zu missbrauch damit getrieben,
aber noch im rahmen des verträglichen. im zeitalter des antichristen
wird man den bis dahin angesammelten kenntnisstand volle kanne
ausschöpfen und für negative dinge missbrauchen.

schon wie es im werk homo faber heisst ist technik eine methode die
eigentliche schönheit der natur und letztendlich des gotterschaffenen an
sich vorüberziehen zu lassen.

die christliche definition:
natur ist das was natürlich ist und von gott erschaffen ist.
technik ist das was vom menschen erschaffen ist.
andererseits heisst es in der bibel, dass die natur von der sünde
verdorben ist. sie "funktioniert" nicht so wie gott es haben will. da
der mensch ein teil der natur bildet funktioniert er auch nicht wie er
soll. genauso tiere und so weiter. aus diesen fehlern "sünden" entsteht
natürlich ebenfalls technik, die nicht richtig funktioniert, aber
schlimmer noch, die technik, die bis zu einem gewissen rahmen
funktioniert, wird missbraucht. gott dämpft die schäden ein, aber in der
endzeit (siehe oben)....

ich bin mir auch sicher, dass die menschheit es nie schaffen wird
menschen zu clonen. wenn das der fall sein sollte werde ich ungläubig.
dann wäre der mensch ein schöpfer und gott wäre von seinem amt abgelöst.
aber solange das nicht der fall ist usw.....

ich weiss nicht was zu hören möchtest, stell direkte fragen.....

bis dahin alles gute
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