Discussion:
Faulschlamm der Pompeianer
(zu alt für eine Antwort)
Paul Herzog
2020-04-21 07:00:28 UTC
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1) Nachdem Marcus Tullius CICERO, (gestorben 43 v. Chr.), Parteigänger
des Gnaeus POMPEIUS Magnus ( gestorben 48 v. Chr.), und politischer
Gegner des Gaius Julius CAESAR ( gest. 44 v . Chr.) , nach Caesars
Sieg im Bürgerkrieg gegen Pompeius vom siegreichen Caesar begnadigt
worden war, hob er in seiner Rede für Quintus Ligarius im Jahre 46 v.
Chr. vor Caesar dessen Differenzierung hervor , die Caesar "zu
seinem Sieg im Bürgerkrieg verholfen habe" :

Wir hörten Dich (Caesar) sagen , wir (Pompaeius und die Pompeianer)
hielten alle für Gegner, die nicht mit uns seien. Du hingegen hieltest
alle , die nicht gegen Dich seien , für Deine Anhänger".

" Te enim dicere audiebamus nos omnis adversarios putare, nisi qui
nobiscum essent ; te omnis qui contra te non essent tuos". (#)

Ein fundamentaler Unterschied:

Pompeius und dessen Anhänger erklärten alle Neutralen zu Gegnern , in
gleicher Weise, wie es später George W. Bush in seinem Irak-Krieg tun
wird.

Caesar und die Caesarianer hingegen betrachteten und behandelten die
Neutralen nicht als Gegner, sondern als potentielle Bundesgenossen ,
was ihnen (so Cicero) zum Sieg im Bürgerkrieg verhalf.

Seiner Weitsicht und Milde (clementia) wegen findet Caesar
schliesslich eine gewisse Anerkennung seines vormaligen Gegners , auch
wenn dieser Republikaner bleibt .

Der von Caesar begnadigte Quintus Ligarius wird sich, trotz der ihm
erwiesenen Begandigung , im Jahre 44 v. Chr. den politischen
Attentätern anschliessen, die Caesar ermorden.

(2) Diese Unterscheidung Caesars wird uns über ein Jahrhundert später
in den Evangelien des "Neuen Testaments" wieder begegnen: Jesus
folgt Caesar.

2.1.: Der früheste der Evangelisten, MARCUS, schreibt um 70 nach
Christi Geburt : Als Jesus von Johannes darauf hingewiesen wurde,
dass ein anderer Prediger Jesu Namen für Teufelsaustreibungen
missbrauche , habe Jesus angeordnet, es ihm nicht zu verbieten und
gesagt :

"Wer nicht wider uns ist, ist für uns" . ( Markus 9; 40).

Zu jener Zeit (im Jahre 70) zeigten die Jesus-Anhänger also noch
Toleranz, weil auch den (später sogen.) "Juden-Christen" noch
Toleranz entgegen gebracht wurde. Das politisch-theologische Klima
hatte sich aber 20 bis 30 Jahre später geändert; denn im , etwa 90
bis 100 nach Christi Geburt verfassten , Evangelium des MATTHÄUS
werden andere Töne angeschlagen:

- 2 -

2.2.: Da die Gemeinde der "Juden-Christen" in Jerusalem wuchs,
stiessen die Gläubigen zunehmend auf politisch-theologischen
Widerstand und Intoleranz, die auch sie mit Intoleranz beantworteten:

Matthäus lässt , im schroffen Gegensatz zu Markus, einen intoleranten
Jesus sagen:

"Wer nicht mit mir ist, ist wider mich" (Matthäus 12 ; 30) .

Dass der frömmelnde , bigotte , Kriegstreiber George W. BUSH sich
auf diesen JESUS berief , ist nicht verwunderlich .

2.3: Historisch bemerkenswert ist, dass jener vom römischen
Intellektuellen CICERO so klar herausgestellte Unterschied auch in
dem, von den Römern besetzten und beherrschten , Staat der Hebräer das
Denken und Differenzierungsvermögen der Schriftgelehrten , wie Marcus
und Matthäus , bestimmt hat. Römischer Scharfsinn in Jerusalem .

(#) Marcus Tullius CICERO : "Drei Reden vor Caesar . Rede für Quintus
Ligarius ". Reclam UB Nr. 7907 , S. 64 ).

http://gerhardbott.de/ii-neolithikum-und-danach/wer-nicht-gegen-mich-ist-ist-fuer-mich-jesus-folgt-caesar.html

Das erklärt, warum Bibelfundis wie Faulschlamm so sehr gegen Katholiken
sind. Es ist das Spiel Pompeianer vs. Cäsarianer mit anderen
Vereinsnamen.

Witzig ist, daß im Neuen Testament beide Teams zu Wort kommen. Und
Bibelverse vom cäsarianischen "Team Markus" schmecken dem Fauli
natürlich gar nicht. Die unterschlägt er, oder er relativiert sie.

Und das ist der Grund, warum das Bibelchristentum nichts taugt. Jeder
Möchtegern-Prediger kann sich die Verse raussuchen, die seine Agenda
(gewöhnlich erzkonservativ) stützen, die er schon vorher hatte, und
dann von seinem Fanclub (wenn er einen findet) Spenden einsammeln.

Und was bietet er dafür? Nichts. Nur eine überlange und rhetorisch oft
total unzumutbare Feuer- und Schwefelpredigt für Masochisten, in einem
Raum ohne Dekoration. Liturgie? Haben wir nicht. Blumen und Kerzen?
"Satanisch" (aka Weiberkram, der den einfachen Profit schmälert).

Das ist die Basis der zahllosen "bibelbasierten" Sekten in den USA, und
dort ein beliebtes steuerfreies Abzockemodell.

Aber die deutsche moderate Kirchensteuer ist ein Riesenproblem, jaja.
Susanne Taumelmolch-Traubenschläger
2020-04-25 09:09:39 UTC
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Richtig, wem dieser Mitgliedsbeitrag zu hoch ist, kann ja aus der
Kirche austreten.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren fast alle Deutsche
Kirchenmitglieder, inzwischen sind es weniger als 60%. Es ist halt
immer schwieriger, einen giftigsten Feind der Religionsfreiheit den
Menschen als liebevollen und gerechten Gott zu verkaufen ;-)
Was haben Kirche und Kirchensteuer mit Gott und Christus zu tun? NIX!

Susanne
Peter Zander
2020-04-25 09:23:50 UTC
Permalink
Susanne Taumelmolch-Traubenschläger
Post by Susanne Taumelmolch-Traubenschläger
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren fast alle Deutsche
Kirchenmitglieder, inzwischen sind es weniger als 60%. Es ist halt
immer schwieriger, einen giftigsten Feind der Religionsfreiheit den
Menschen als liebevollen und gerechten Gott zu verkaufen ;-)
Was haben Kirche und Kirchensteuer mit Gott und Christus zu tun? NIX!
Richtig, denn Jesu Christi hat gefordert, allen Besitz mit den Armen
zu teilen. Aber so wie Dir geht den meisten Christen diese Forderung
am Arsch vorbei ;-)
Bruder Thymian
2020-04-25 09:55:02 UTC
Permalink
Post by Peter Zander
Susanne Taumelmolch-Traubenschläger
Post by Susanne Taumelmolch-Traubenschläger
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren fast alle Deutsche
Kirchenmitglieder, inzwischen sind es weniger als 60%. Es ist halt
immer schwieriger, einen giftigsten Feind der Religionsfreiheit den
Menschen als liebevollen und gerechten Gott zu verkaufen ;-)
Was haben Kirche und Kirchensteuer mit Gott und Christus zu tun? NIX!
Richtig, denn Jesu Christi hat gefordert, allen Besitz mit den Armen
zu teilen. Aber so wie Dir geht den meisten Christen diese Forderung
am Arsch vorbei ;-)
Unser Herr hat aber auch gesagt: Wer hat, dem soll gegeben werden.
Also nehmen von den anderen.


Bruder Thymian
Peter Zander
2020-04-25 12:59:36 UTC
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Post by Bruder Thymian
Post by Peter Zander
Post by Susanne Taumelmolch-Traubenschläger
Was haben Kirche und Kirchensteuer mit Gott und Christus zu tun? NIX!
Richtig, denn Jesu Christi hat gefordert, allen Besitz mit den Armen
zu teilen. Aber so wie Dir geht den meisten Christen diese Forderung
am Arsch vorbei ;-)
Unser Herr hat aber auch gesagt: Wer hat, dem soll gegeben werden.
Also nehmen von den anderen.
Das kann höchstens in einer von der rkK zurechtgelogenen Bibel stehen
;-)
Susanne Taumelmolch-Traubenschläger
2020-04-25 19:38:50 UTC
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Post by Bruder Thymian
Unser Herr hat aber auch gesagt: Wer hat, dem soll gegeben werden.
Ist Dein Herr nicht der Herr Kleber vom
"Mit dem ö-r Zweithirn denkt man besser"?

Susanne

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